Die Entstehung der Nationalparkgemeinde Edertal
Die Nationalparkgemeinde Edertal vereint eine bewegte Gemeindegeschichte mit einer einzigartigen Naturlandschaft. Erfahren Sie, wie aus vielen Ortsteilen eine starke Gemeinschaft entstand und warum der Nationalpark Kellerwald-Edersee heute ein prägender Teil der Identität Edertals ist.
Eine Geschichte von Heimat, Natur und gemeinsamer Zukunft
Mitten im Herzen Nordhessens, eingebettet zwischen sanften Hügeln, dichten Buchenwäldern und dem glitzernden Edersee, liegt heute die Nationalparkgemeinde Edertal. Doch die Gemeinde, wie wir sie heute kennen, entstand nicht über Nacht. Ihre Geschichte ist geprägt von Zusammenhalt, Wandel und dem stetigen Bewusstsein, dass Natur und Heimat untrennbar miteinander verbunden sind.
Vom Dorf zur starken Gemeinschaft
Bis in die 1970er-Jahre hinein bestanden im Edertal viele eigenständige Dörfer mit eigener Verwaltung, eigener Geschichte und starkem örtlichem Leben. Orte wie Affoldern, Anraff, Bergheim, Buhlen, Bringhausen, Giflitz, Königshagen, Mehlen oder Wellen waren selbstständige Gemeinden, in denen Tradition und Nachbarschaft den Alltag bestimmten.
Im Zuge der hessischen Gebietsreform begann eine neue Zeit: Am 1. Juli 1971 schlossen sich zunächst Bergheim und Giflitz zur neuen Gemeinde Edertal zusammen. Wenige Monate später folgte Gellershausen. Schließlich vereinten sich Ende 1971 weitere Orte freiwillig zur Großgemeinde Edertal. Kleinern kam 1974 hinzu und vollendete damit die heutige Gemeindestruktur.
Was damals für viele Menschen eine große Veränderung bedeutete, entwickelte sich mit den Jahren zu einer Erfolgsgeschichte. Aus vielen einzelnen Dörfern entstand eine starke Gemeinschaft mit gemeinsamer Identität – ohne dass die Ortsteile ihren eigenen Charakter verloren.
Der Schatz vor der Haustür

Schon lange bevor Edertal offiziell „Nationalparkgemeinde“ wurde, wussten die Menschen um den besonderen Wert ihrer Landschaft. Die Wälder des Kellerwaldes zählen zu den bedeutendsten Buchenwaldgebieten Europas. Über Jahrhunderte prägten sie das Leben der Menschen – als Lebensraum, Holzlieferant, Schutzraum und Ort der Erholung.
Die Region rund um den heutigen Nationalpark Kellerwald-Edersee blickt auf eine lange Geschichte zurück. Bereits im 18. Jahrhundert dienten Teile des Gebietes den Waldecker Fürsten als Jagdrevier. Später entstanden Schutzgebiete, Bannwälder und Landschaftsschutzräume. Immer stärker wuchs die Erkenntnis, dass diese einzigartige Natur dauerhaft bewahrt werden muss.
Nach intensiven Diskussionen und großem Engagement vieler Beteiligter wurde der Nationalpark Kellerwald-Edersee schließlich am 1. Januar 2004 gegründet – als erster Nationalpark Hessens. Sein Motto lautet bis heute:
„Natur Natur sein lassen.“
Natur als Teil der Identität
Mit der Entstehung des Nationalparks rückte auch Edertal stärker in den Mittelpunkt einer Region, die Natur, Tourismus und Lebensqualität miteinander verbindet. Wanderwege, der Edersee, uralte Buchenwälder und eine einzigartige Tier- und Pflanzenwelt machten die Gemeinde weit über Nordhessen hinaus bekannt.
Dabei entwickelte sich Schritt für Schritt ein neues Selbstverständnis:
Edertal verstand sich nicht mehr nur als Gemeinde am Nationalpark — sondern als Gemeinde mit dem Nationalpark.
Dieses Bewusstsein führte schließlich zu einem bedeutenden Schritt in der Geschichte der Kommune: Seit dem 21. Februar 2019 trägt Edertal offiziell die Bezeichnung
„Nationalparkgemeinde Edertal“
Der neue Name war weit mehr als ein Titel. Er wurde zum Ausdruck einer Haltung: Verantwortung für Natur und Landschaft zu übernehmen und gleichzeitig den Menschen eine lebenswerte Heimat zu bieten.
Gemeinsam Zukunft gestalten
Heute verbindet die Nationalparkgemeinde Edertal Tradition und Moderne auf besondere Weise. Historische Dorfkerne treffen auf nachhaltigen Tourismus, Vereinsleben auf Naturschutz, Landwirtschaft auf sanfte Erholung. Viele Bürgerinnen und Bürger engagieren sich aktiv für ihre Heimat – in Vereinen, Feuerwehren, kulturellen Projekten oder Naturschutzinitiativen. Gemeinsam mit dem Nationalpark entstehen immer wieder neue Ideen, um die Region lebendig und attraktiv zu gestalten. Pflanzaktionen, Umweltbildung und regionale Projekte zeigen, wie eng Natur und Gemeinsinn heute miteinander verbunden sind.
Eine Gemeinde mit Charakter
Die Geschichte der Nationalparkgemeinde Edertal ist deshalb mehr als eine Verwaltungsreform oder ein Namenszusatz. Sie erzählt von Menschen, die ihre Heimat bewahren und gleichzeitig offen für Neues bleiben. Aus vielen Dörfern wurde eine Gemeinde.
Aus einer wunderschönen Landschaft wurde ein Nationalpark.
Und aus beidem entstand eine starke gemeinsame Identität:
Die Nationalparkgemeinde Edertal — ein Ort, an dem Natur, Heimat und Gemeinschaft bis heute zusammengehören.


